Timing ist beim Supermarkteinkauf oft wichtiger als der Preisvergleich zwischen Händlern. Wer weiß, wann Supermärkte reduzieren, neue Angebote starten und Saisonware ausräumen, kann ohne großen Aufwand 10–20% beim wöchentlichen Einkauf sparen.
Die meisten Menschen shoppen aus Gewohnheit – immer samstags morgens oder auf dem Heimweg von der Arbeit. Dabei sind Zeitpunkt und Wochentag entscheidende Faktoren, die kaum beachtet werden. Hier die wichtigsten Erkenntnisse aus der Praxis.
Beste Tageszeit: Abends für Frischerabatte
Supermärkte sind verpflichtet, Waren mit ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum zu reduzieren oder zu entsorgen. In der Praxis geschieht das meist zwischen 17 und 20 Uhr. Fleisch, Fisch, Backwaren, Salate und viele Fertiggerichte werden dann mit gelben oder roten Preisschildern um 30–50% reduziert. Wer regelmäßig abends einkauft und flexibel beim Menüplan ist, kann hier erheblich sparen.
Bei Vollsortimentern beginnt die Preisreduktion für frische Produkte oft schon ab 16 Uhr, bei Discountern typischerweise etwas später. Die Backwarentheke (bei Supermärkten mit eigener Backstation) wird häufig schon ab 15 Uhr reduziert. Tipp: Wer ein Produkt aus dem Angebot kaufen möchte (z. B. frischen Lachs), sollte früher kommen – bis abends ist es oft ausverkauft.
Bester Wochentag: Montag für neue Angebote
Die meisten deutschen Supermarktketten starten ihre Wochenangebote am Montag. Vollsortimenter wie Supermärkte und Verbrauchermärkte folgen in der Regel diesem Rhythmus. Discounter haben häufig einen leicht abweichenden Rhythmus mit zwei Angebotszyklen pro Woche – neuen Angeboten montags und donnerstags, besonders bei Non-Food-Aktionsware.
Das bedeutet: Wer montags einkauft, hat die beste Auswahl bei Aktionsprodukten. Am Samstag ist die Aktionsware vielerorts bereits ausverkauft. Besonders bei Non-Food-Aktionen (Werkzeug, Kleidung) ist Montag früh der beste Zeitpunkt – solche Ware ist erfahrungsgemäß schnell vergriffen.
Saisonales Timing: Winterkleidung im Februar kaufen
Das klassischste Spar-Prinzip überhaupt ist das antizyklische Kaufen: Produkte kaufen, wenn die Nachfrage gering und das Angebot groß ist. In Deutschland bedeutet das konkret:
- Winterjacken und -stiefel im Februar: Nach Weihnachten und während der Januarschlussverkäufe sinken die Preise stark. Wer bis Mitte Februar wartet, findet oft Restbestände mit 40–70% Rabatt.
- Grillzubehör im September: Am Ende der Grillsaison werden Grills, Zubehör und Grillsaucen stark reduziert – ideal für alle, die vorausplanen.
- Weihnachtsdeko ab dem 26. Dezember: Kugeln, Lichterketten und Deko werden am Tag nach Weihnachten häufig um 50–70% reduziert. Für das nächste Jahr kaufen – klingt viel, spart aber enorm.
- Sonnencreme und Badeartikel im August: Wenn der Sommer zu Ende geht, werden saisonale Pflegeprodukte günstig. Sonnencreme hält in der Regel 2–3 Jahre – ein ideales Produkt für Vorratsdenken.
Praktische Tipps nach Supermarkt-Typ
Vollsortimenter (mit App): Viele Vollsortimenter schalten digitale Coupons sonntags für die kommende Woche frei. Es lohnt sich, die App des jeweiligen Marktes regelmäßig zu checken – besonders Kombi-Coupons mit Treueprogrammen sind oft sehr wertvoll.
Regionale Ketten: Filialen regionaler Ketten unterscheiden sich stark. Lokale Aktionen und Treuepunkte-Aktionen starten oft mittwochs. Die jeweilige App oder der Prospektdienst gibt Auskunft.
Discounter mit zwei Angebotszyklen: Wer Küchengeräte, Werkzeug oder Sportartikel kaufen will, sollte zu Beginn des neuen Angebotszyklus im Laden sein – Aktionsware ist erfahrungsgemäß schnell vergriffen.
Discounter ohne App: Einige Discounter bieten keine eigene App an. Hier helfen unabhängige Prospekt-Apps wie Marktguru oder Kaufda für einen Vorblick auf kommende Aktionen.