Wer ein Hotel bucht, steht vor der Wahl: Booking.com, HRS, Expedia, Trivago oder direkt beim Hotel? Die Antwort ist nicht pauschal – sie hängt vom Reiseziel, dem Hotel und dem Zeitpunkt ab. Wir klären, wann welche Option wirklich die günstigste ist.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Buchungsplattformen immer die besten Preise haben. Tatsächlich sind Hotels in vielen Ländern nicht mehr an Preisparitätsklauseln gebunden – was bedeutet, dass sie auf ihrer eigenen Website durchaus günstiger anbieten dürfen.

Booking.com: Stärken und Schwächen

Booking.com ist die meistgenutzte Hotelplattform in Europa und bietet die größte Auswahl – von Luxushotels bis zu Privatunterkünften. Die Stärken sind klare Kundenbewertungen, flexible Stornierungsbedingungen bei vielen Angeboten und das „Genius"-Treueprogramm, das ab Stufe 1 10% Rabatt bei teilnehmenden Hotels bietet.

Das Genius-Programm lohnt sich besonders für häufige Reisende: Ab 5 abgeschlossenen Buchungen pro Jahr steigt man auf Genius Level 2 und erhält 15% Rabatt sowie kostenlose Zimmer-Upgrades bei ausgewählten Hotels. Booking.com erhebt keine direkte Buchungsgebühr vom Kunden – die Provision zahlt das Hotel.

HRS: Für Geschäftsreisen stark, für Privatkunden mittelmäßig

HRS (Hotel Reservation Service) ist in Deutschland vor allem für Geschäftsreisende bekannt. Die Plattform bietet spezielle Businessraten und ist bei Firmen sehr verbreitet. Für Privatreisende ist das Angebot kleiner als bei Booking.com und die Preise sind nicht immer günstiger.

Ein Vorteil von HRS: Das HRS-Bonusprogramm erlaubt das Sammeln von Punkten, die gegen Hotelgutscheine eingelöst werden können. Wer regelmäßig über HRS bucht, profitiert von diesen Prämien. Für gelegentliche Urlauber ist HRS aber selten die erste Wahl.

Direkt beim Hotel buchen: Oft günstiger als gedacht

Die Direktbuchung beim Hotel hat klare Vorteile. Erstens: Viele Hotels bieten auf ihrer eigenen Website einen „Bestpreis-Garantie"-Aufschlag – z. B. kostenloses Frühstück, Spa-Zugang oder Zimmer-Upgrade, der auf Buchungsplattformen nicht enthalten ist. Zweitens: Hotels sparen die Provision an Booking.com (oft 15–20%) und können einen Teil davon an den Direktkunden weitergeben.

Die beste Strategie: Zunächst auf Booking.com oder Trivago den Preis und die Bewertungen recherchieren, dann die offizielle Hotel-Website besuchen und vergleichen. Oft erscheint dort ein günstigerer Preis – oder das gleiche Zimmer mit besseren Konditionen. Ein kurzer Anruf beim Hotel (besonders bei Boutique-Hotels und Familienhotels) kann sich ebenfalls lohnen: Viele Häuser gewähren am Telefon direkten Rabatten, die online nicht sichtbar sind.

Treueprogramme: Welche lohnen sich?

Wer häufig reist, sollte mindestens einem Hoteltreueprogramm beitreten. Die wichtigsten für Deutschland:

  • Marriott Bonvoy: Über 8.000 Hotels weltweit, Punkte können für Gratisübernachtungen genutzt werden. In Deutschland besonders nützlich wegen des breiten Netzes (Marriott, Sheraton, Westin, Moxy, Courtyard).
  • Hilton Honors: Gutes Programm mit kostenlosem WLAN für alle Mitglieder und Punktesammeln. Kostenlose Mitgliedschaft – kein Grund, es nicht zu nutzen.
  • IHG One Rewards: Holiday Inn, Crowne Plaza und InterContinental. Für Europareisen interessant, da IHG in Deutschland und Österreich gut vertreten ist.

Last-Minute-Hotels in Deutschland

Für spontane Reisen innerhalb Deutschlands empfehlen sich spezielle Last-Minute-Apps: HotelTonight bietet täglich reduzierte Zimmer ab 18 Uhr für die gleiche Nacht. Booking.com hat ebenfalls einen Last-Minute-Filter für Zimmer, die Häuser um 50–70% reduzieren, um Leerstand zu vermeiden. Besonders in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München und Frankfurt finden sich freitags und samstags immer wieder gute Last-Minute-Angebote.